Der Manager”beruf” -das sei vorausgeschickt- steht nicht jedem offen. Neben dem obligaten BWL-Studium (besser aber: Jura), auf das hunderttausend andere auch verweisen können, braucht es vor allem eines, um in einem dieser begehrten Chefsessel Platz nehmen zu können: Beziehungen. Die hat man entweder durch Herkunft, durch psychische und charakterliche Defizite, die sich mit denen eines geeigneten Mentors (=Eigentümer, Vorstandsmitglied) trefflich ergänzen, oder durch Vorausleistungen, die man zumeist kraft eines “politischen Mandats” erbracht hat. Hat man es aber einmal in den Managersessel geschafft, dann gelten andere Regeln: Manager sind Angestellte Ihres Unternehmens, können ihren Vertrag jedoch üblicherweise aushandeln. Das ist für durchschnittliche Angestellte nicht möglich. Sie handeln sich dabei auch gleich Gewinnbeteiligungen aus. Das ist bei durchschnittlichen Angestellten nicht üblich. Viele Manager sind darüberhinaus Mitglieder des Vorstandes oder haben jemand im Vorstand, der ihre Interessen vertritt, sie weisen sich also ihre Gehälter selbst zu. Es ist so ne Art moderne Lehenstreue: der Vorstand der Lehensherr, der Manager als Vasall. In der Regel erhalten Manager Zeitverträge mit variablen Bezügen, die an die Aktienentwicklung des Unternehmens oder an kurzfristigen Ergebnis- und Gewinnsteigerungen gekoppelt sind. Börsenwerte sind aber irreal und entsprechen nicht dem tatsächlichen Unternehmenswert. Manager werden nachgerade dazu motiviert, schnelle Erfolge, meistens über Personalabbau und Outsourcing zu erreichen. Das alles entspricht nicht unbedingt dem Handlungsmuster eines durchschnittlichen Angestellten. Nicht zuletzt “verhandeln” Manager ihre Kündigungsklauseln und Abfertigungen, bestimmen also selbst, zu welchen Bedingungen sie ein Unternehmen verlassen. Wenn sie ein Unternehmen gegen die Wand fahren, steigen sie aus ihrer gepufferten Kabine, bauen den Motor aus und halten nach dem nächsten Vehikel Ausschau, mit dem sie Schlitten fahren. Würde ein Durchschnittsangestellter sich so verhalten, wäre er schon längst zwangseingewiesen.
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